Freie Wähler Hirschberg e. V.
Startseite Freie Wähler Hirschberg



Neuer Wein und Zwiebelkuchen

Schlechtes Wetter – es war relativ kalt und regnerisch am 18. Sept. 2011 - die Voraussetzungen für die Veranstaltung Neuer Wein und Zwiebelkuchen waren sehr ungünstig. Das beeindruckte die Gäste jedoch nicht, sie kamen sehr zahlreich, die ausgeräumte Scheune auf dem Obsthof Volk und auch die Plätze auf dem Hof waren alle belegt.

Bei seiner Begrüßung konnte der 1. Vorsitzende und Gemeinderat der Freien Wähler Hirschberg, Alexander May, Bürgermeister Manuel Just, den Kreis – und Gemeinderat Fritz Bletzer, den Gemeinderat Thomas Thünker und den Gastgeber und Gemeinderat Werner Volk willkommen heißen. May gratulierte Just namens der Freien Wähler auch zur Geburt seiner Tochter vor einigen Tagen und wünschte viel Freude mit dem Nachwuchs. Er dankte auch den Kuchenbäckerinnen (Hanne Volk, Renate Klein, Jutta May, Birgit Hoffman, Anneliese Bletzer, Monika Schmitt und Eva Ehret) und dem Kuchenbäcker (Kurt Zeilfelder) für die freundlichen Kuchenspenden. Sie hatten großes Lob  verdient, die Kuchen schmeckten vorzüglich. Die vielen Variationen waren bemerkenswert. Dazu gab es neuen und alten Wein, aber auch an Apfelsaft für Kinder wurde gedacht, zum Abschluss durften Proben der hoch dekorierten Spirituosen von Werner Volk nicht fehlen. Der Kuchen war bald ausverkauft. Aber auch frisch gebackene Brezel schmeckten zum Neuen Wein sehr gut. May dankte auch den Helferinnen und Helfern beim Aufbau und Abbau sowie hinter der Theke.

Mit einigen Sätzen ging May auf eine private Anzeige in der FAZ ein, sie befasst sich mit der gegenwärtigen Finanzsituation in Deutschland. Zitiert wurden in dieser Anzeige der preußische König Wilhelm I („Macht keine Schulden und gebt nicht mehr aus als ihr einnehmt“), Friedrich der Große von Preußen („Eine Regierung muss solide Grundsätze haben und sich von diesen Grundsätzen niemals entfernen“) und der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und Vater des Wirtschaftswunders nach dem II. Weltkrieg Ludwig Erhard („Niemand kann über seine Verhältnisse leben…“ und „Eine einheitliche Währung ohne einheitliche Politik bedeutet den Ruin der gesamten Volkswirtschaft“.) Der Verantwortliche für die Anzeige – ein ehemaliger Bankier - kritisierte in der Folge den zu großen Beamtenapparat in Deutschland, die Größe des Bundestags (die viel größeren USA hätten 400 Volksvertreter während  Deutschland 600 Abgeordnete habe) und das aufgeblähte Bildungssystem (16 Kultusminister). Zum Schluss forderte er die Bundesregierung auf, endlich mit dem Sparen anzufangen.

Die Hirschberger CDU kritisierte er wegen ihrer Befragungsaktion zur Gestaltung der Leutershausener Ortsmitte. Es sei ja gut, die Menschen zu befragen. Wenn dies aber eine Wunschzettelaktion werde und kein Hinweis auf die Finanzierung erfolge, setzten die Freien Wähler ein dickes Fragezeichen dahinter. Er würde auch deutlich Ja sagen, wenn er gefragt werde, ob er mehr Gehalt wolle.

May wünschte den Besuchern einen schönen Nachmittag und stellte heraus, dass für die Freien Wähler der persönliche Kontakt mit dem Einwohnerinnen und Einwohnern von Hirschberg sehr wichtig ist. Es sei auch bei dieser Veranstaltung Gelegenheit, seine Anliegen vorzubringen. Bei den Gesprächen an den Tischen stellte sich heraus, dass einige Besucher aus Mannheim, Weinheim, Schriesheim und Heddesheim gekommen waren, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Gisela und Norbert Thünker hielten es für notwendig, in den nächsten Jahren an die Sanierung der Alten Turnhalle in Großsachsen zu denken. In der Betriebstechnik und auch bei der Optik sei einiges im Argen. Beide können sich vorstellen, dass Vereine in Eigenarbeit tätig werden und auch Gelder von Sponsoren bereitgestellt werden. Norbert Thünker wünscht sich mehr Informationen bei Projekten wie beim OEG-Ausbau. Eberhard Winter hält den weiteren Ausbau und die Pflege des Radwegnetzes für notwendig. Die Freizeitgestaltung werde weiter an Bedeutung zunehmen, da gehöre das Radfahren unbedingt dazu. Einig waren sich viele Besucher, dass die Taktverdichtung bei der OEG (morgens und abends) sehr wahrscheinlich zu unhaltbaren Zuständen in der Breitgasse führen wird. Man ist sehr skeptisch, ob es eine verbesserte Technik (Ampelschaltung) schafft, den Rückstau in der Breitgasse nicht größer werden zu lassen. Rosel Kraus, Margot May und Hermann Volk begrüßten den Neubau des Seniorenzentrums und der Kinderkrippe in Großsachsen. Sie sahen auch einen Bedarf für derartige Einrichtungen in Leutershausen.

Wie schon sehr oft, kritisierten viele Besucher das Parken auf den Gehsteigen. Günther Klein als Nutzer eines Rollators muss oft mit seiner Fahrhilfe auf die Straße ausweichen, um seinen Weg fortsetzen zu können. Auch auf Gefährdung von Eltern mit Kinderwägen wurde hingewiesen, wenn sie den Gehweg, weil er wegen parkender PKW zugestellt ist, verlassen müssen. Hier müsste der Vollzugsbedienstete der Gemeinde eingreifen, um die Sicherheit der Gehsteigsbenutzer zu verbessern. Es gehe hier nicht um Bestrafung der Autofahrer sondern um die Schaffung von Bewusstsein.

Nicht zuletzt wurde eine Ecke des Friedhofs Großsachsen angesprochen. Im südwestlichen Bereich bei den Urnengräbern sei ein relativ ungepflegter Bereich. Der Verwaltung sei der Zustand der Stelle bekannt, bisher sei es jedoch nicht gelungen, die Situation zu verbessern.

Von einem Leutershausener Einwohner wurde die Entwicklung beim TVG Großsachsen bedauert. Er sprach von einem possenähnlichen Verhalten, das nicht nur in Hirschberg Unverständnis hervorrufe. Dem TVG müsse daran gelegen sein, so rasch wie möglich aus den Schlagzeilen zu kommen.

Gegen Ende der Veranstaltung dankte Alexander May der Gastgeberfamilie. Er übergab Blumensträuße an Hanne Volk und Monika Schmitt. Ein Traditionsfest der Freien Wähler Hirschberg hatte trotz ungünstiger Voraussetzungen wieder viele Besucher – der Chronist zählte über 100 Personen in der Spitzenzeit - angezogen. Ganz besonders freute sich der Berichterstatter, dass mit Erwin Rohr der vor drei Wochen gekürte Gassekerwebojmoschter aus Saase an der Veranstaltung teilnahm. Ob er mit dem Besuch einen Anspruch auf Ausdehnung seines Herrschaftsbereichs auf den Heisemer Ortsteil anmelden will, war nicht zu erfahren.